Sibylle |

5€ mehr pro Stunde

Die jetzt beschlossene Erhöhung der Honorare ist notwendig und angemessen, vor allem aber längst überfällig und längst nicht ausreichend:

1. das Honorarniveau ist mit 50€ abwärts pro Stunde (der Stundensatz sinkt bei Veranstaltungen über 60 Minuten) nach wie vor zu niedrig angesetzt. Der Bundesverband freier Kulturwissenschaftler formulierte in seinen Honorarempfehlungen 2015 bereits einen Stundensatz ab 60€, dem sich der Verband Deutscher Kunsthistoriker in seinen Honorarempfehlungen anschließt. In einem aktuellen Entwurf für eine einrichtungsübergreifende Honorarordnung fordert das Netzwerk für faire Arbeitsbedingungen in Museen und Gedenkstätten einen Stundensatz ab 65€, der in gleicher Höhe auch bei mehrstündigen Veranstaltungen gilt.

2. die langen Zeiten zwischen den Anpassungen (vier Jahre - die letzte Erhöhung wurde uns am 1.10.2016 mitgeteilt) wirken sich negativ aus: würde das Honorar jährlich angepasst, würden wir in jedem Jahr mehr Geld erhalten und nach vier Jahren dennoch auf dem Niveau ankommen, das jetzt beschlossen wurde.

Ein stark vereinfachtes Rechenbeispiel mag dies verdeutlichen:

Beispiel 1: In Jahr 1-3 bekommen die freien Mitarbeiter*innen unverändert 10€/h, dafür im vierten Jahr auf einen Schlag 14€/h.

Beispiel 2: In Jahr 1-3 bekommen die freien Mitarbeiter*innen eine jährliche Erhöhung um 1€/h. Im ersten Jahr steigt ihr Honorar somit auf 11€/h, im zweiten Jahr auf 12€/h, im dritten Jahr auf 13€/h und landet im vierten Jahr auf 14€/h wie in Beispiel 1. Der entscheidende Unterschied zu Beispiel 1: in Beispiel 2 haben die freien Mitarbeiter*innen jedes Jahr mehr Geld in der Tasche.

Für die Museen bedeutet das:

im Beispiel 1: erst im vierten Jahr entstehen für die Museen 4€ Mehrkosten pro Mitarbeiter*in.

im Beispiel 2: im ersten Jahr entstehen für die Museen 1€ Kosten mehr pro Mitarbeiter*in, im zweiten Jahr 2€ mehr pro Mitarbeiter*in, im dritten Jahr 3€ mehr pro Mitarbeiter*in und im vierten Jahr 4€ (immer gerechnet auf die ursprünglichen 10€/h). Über die vier Jahre entstehen den Museen pro Mitarbeiter*in somit insgesamt 10€ Mehrkosten.

Bei rund 350 freien Mitarbeiter*innen in Hamburg dürfte die Einsparung für die Museen erheblich sein. Der Verdacht, dass die Verantwortlichen trotz Honorarerhöhung Honorar einsparen wollen, liegt damit erschreckend nahe.

Fazit: Wir brauchen ein höheres Ausgangsniveau und eine jährliche Anpassung der Honorare.

Eine positive Neuerung in dieser Entgeltordnung gibt es: Geburtstage erhalten einen Sonntagszuschlag von 10€.

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